| Am Freitag, den 06.09.2002 war es mal wieder so weit. Nach drei langen Jahren des Wartens trafen sich die Musiker und Musikerinnen des Jugendorchesters Münster um 15.00 Uhr an der Kuturhalle in Münster, um wieder einmal gemeinsam nach Bad-Orb zum 7. Internationalen Blasmusikfestival zu fahren. Als endlich der Bus beladen war und einige bemerkten, dass sie etwas vergessen hatten, ging es dann pünktlich um 15.30 Uhr los. Der Platz während der Fahrt war ein wenig eingeschränkt, da das Gepäck dem Schlagwerk den Platz überlassen musste und somit im Gang des Busses stand. Doch die Musiker ließen sich ihre gute Laune dadurch nicht nehmen und sorgten mit Rock- und HipHop-Sound, die gleichzeitig durch den Bus hallten, für Stimmung. In Bad-Orb angekommen, nahm uns die Tochter unserer Betreuerin Ingrid am Busbahnhof in Empfang und begleitete uns zur Wegscheide, wo wir dann unsere Unterkunft zugeteilt bekamen, die eine andere war, als zunächst angenommen, weshalb der Dirigent und einige andere, die nachgefahren waren, verwirrt vor einem leeren, verschlossenen Haus standen uns sich wunderten, weshalb der Bus noch nicht da sei. Nach einigem Suchen fanden die Nachzöglinge das richtige Haus und bekamen ihre Betten, die zuvor mühevoll aufgeteilt worden waren, zugewiesen. Nachdem man die Betten bezogen, die Schränke eingeräumt, die Gegend inspiziert und sich schließlich umgezogen hatte, ging es auch schon mit unserem Bus nach Bad-Orb zum Festzelt, das sich dieses Jahr am Salinenplatz, also mitten in Bad-Orb, befand. Dort angekommen stärkten wir uns, bevor es daran ging neugierig die anderen Orchester auszukundschaften und nebenbei die Instrumente für den Einzug ins Festzelt aufzubauen. Nachdem wir mit „Military Escort“ einmarschiert waren, sorgten wir auf der Bühne mit „Showtime“ für Stimmung. Anschließend verfolgten wir noch gespannt den Einzug der anderen Orchester, die aus Russland, Ungarn, Genua und aus ganz Deutschland kamen, in der Hoffnung ein paar bekannte Gesichter wieder zu sehen, bis es dann um 22 Uhr zurück zu unserem Nachtlager ging, wo manche gleich zu Bett gingen und andere erst in den frühen Morgenstunden in süße Träume fielen. Am Samstag war um 7 Uhr die Nacht zu Ende. Nach dem Frühstück war noch einmal eine Probe im Essenssaal angesetzt, bevor es dann voller Vorfreude zu unserem ersten Auftritt im Sanatorium an der Küppelsmühle ging. Dort wurden wir vom Küchenchef persönlich empfangen und mit frischem Eintopf und Brötchen verpflegt. Im Anschluss packten wir unsere Instrumente aus und schon kam die Sonne zum Vorschein. Angekündigt vom Chef brachten wir die Zuhörer mit Stücken wie „Hands Up“, „You can leave your hat on“ und „Lord of the dance“ zum Rocken. Nach ca. 1 Stunde verabschiedeten wir uns mit „Smoke on the water“ und bekamen aufgrund der Hitze vom Chef noch ein Eis spendiert. Als das Eis genüßlich verzehrt und das Billard-Match zwischen unserem Dirigenten und den Jungs entschieden war, brachen wir auf zum Festzelt, von wo aus ursprünglich eine Stadtralley geplant war, die aber wegen Zeitmangel nicht durchgeführt werden konnte. Deshalb wurde die Mitte Bad-Orbs in Kleingruppen erkundigt. Manche besichtigten die Salinen und den Kurpark, während andere sich bei einem Stück Kuchen oder einem Eisbecher von der Sonne wärmen ließen. Pünktlich um 16 Uhr saßen wir auf bequemen Festbänken auf der Bühne im Zelt und heizten das Publikum mit „Flashdance“, „I will survive“ und vielen weiteren Stücken ein. Auch hier war mit Bier, Radler und Cola für unser leibliches Wohl gesorgt. Nach unserer Zugabe „Smoke on the water“ verabschiedeten wir uns und fuhren zurück zu unserem Haus in der Wegscheide. Die Zeit bis zur Party wurde individuell gestaltet und dafür genutzt, den Schlaf der Nacht nachzuholen, sich auf die Wiese zu legen und zu faulenzen oder sich für den Abend zu stylen. Pünktlich um 19 Uhr befanden wir uns wieder auf dem Weg zum Zelt, um uns dort zu stärken und das Programm zu genießen. Bei Tanzdarbietungen entwickelte sich allmählich eine Superstimmung. Bei den modernen Klängen einer Live-Band, die mit aktuellen Hits der Charts das Zelt zum Kesseln brachte, wurde wie immer vor der Bühne, aber auch auf den Tischen und Bänken getanzt und Kontakte mit anderen Orchestern geknüpft. Vor allem unsere Betreuerin Ingrid schaffte es immer wieder von neuem in den Reihen unseres zum Feiern zu animieren und eine Runde nach der anderen an Getränken zu schmeißen. Bei der Fahrt zu unserem Quartier begleiteten uns die Ahrensberger, die fröhliche Gesänge anstimmten. Ein Versuch diese zu überbieten, scheiterte aufgrund von Mangel an Personal. An unserem Haus angekommen genoss man unter einem klaren Sternenhimmel Anekdoten und Witze aus dem Leben einzelner Personen. Am Sonntag wurden wir um 8 Uhr von unserem Hubert, liebevoll Hubsi genannt, zärtlich mit den Klängen des Gongs vom Schlagwerk geweckt, worüber nicht jeder begeistert war, da die Nacht ihre Spuren hinterlassen hatte. Nach dem Frühstück machten wir uns in alter Frische daran, die luxuriösen Betten abzuziehen und das Haus zu säubern. Im Anschluss daran fand bei Sonnenschein noch einmal eine Probe für das Zusammenspiel sowie den Umzug am Nachmittag statt, bevor es dann wieder zum Festzelt ging, um dort das Mittagessen einzunehmen. Danach mussten auch schon wieder die Instrumente ausgepackt werden, um für das große Zusammenspiel startbereit zu sein. Während dieser Zeit düste unsere Betreuerin Ingrid durch die Gegend, um uns von einem Bad-Orber Orchester ein paar Marschbecken zu besorgen, denn unsere waren am Freitag aus Versehen von den Russen eingepackt worden. Eine Verständigung mit den russischen Schlagzeugern lief immer nur auf das Wort „Wodka“ hinaus, weshalb man irgendwann genervt aufgab und sich mit dem Gedanken anfreundete, dass unsere Becken wohl ihre längste Reise von über 2000km machen würden. Unsere Ingrid ließ uns aber nicht im Stich, wir bekamen ein paar Becken und von Ihr persönlich Unterstützung an der Kuhglocke. Nun waren wir für das Zusammenspiel in der prallen Sonne und Hitze gerüstet und konnten gemeinsam mit den anderen Orchestern die „Europahymne“, den „Europamarsch“ und „Telstar“ spielen. Anschließend nahmen wir am Umzug, der vom Salinenplatz durch Bad-Orb und wieder zurück ging, teil. Dabei wurden wir von einigen Eltern, die extra gekommen waren, kräftig angefeuert und unterstützt. Nachdem dann noch einige Adressen mit neuen Bekanntschaften aus Frankfurt/Oder ausgetauscht waren, fuhren wir glücklich und zufrieden, aber ziemlich müde zurück nach Münster. Alles in allem war es eine gelungene Fahrt, die den meisten von uns viel Spaß gemacht hat. Nun freuen wir uns auf das nächste Jugendblasmusikfestival in Bad Orb in 2 Jahren. Wir möchten uns an dieser Stelle bei unseren Betreuerinnen Ingrid und Sabrina Schmidt bedanken, die vieles kurzerhand managten, damit dies ein gelungener Ausflug für alle Teilnehmer wurde und trotzdem genügend Zeit hatte, mit uns zu feiern. Aber auch allen Eltern und Musikern, die nach Bad Orb kamen und uns unterstützten sei hier noch mal ein Dankeschön ausgesprochen. Zu guter letzt muss auch dem Jugendausschuss und dem Vorstand gedankt werden, die diesen Ausflug erst möglich machten. |